Gesund in den Feuerwehreinsatz
Wenn die Sirene ertönt, wissen Sie nicht, was Sie erwartet. Die meisten Feuerwehreinsätze sind Routine. Doch es kann auch ganz anders kommen. Ein Großbrand in einem Wohnhaus mit Menschenrettung ist alles andere als Routine – es ist ein knochenharter Job. Hierbei werden die Einsatzkräfte an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit gebracht. Wer nicht in Form ist, gefährdet das Leben der Betroffenen - und sein eigenes. Feuerwehr im Einsatz
Feuerwehr im Einsatz
Eine Studie der Landesfeuerwehrschule Bruchsal in Baden-Württemberg macht es deutlich:
Die Kondition der Freiwilligen Feuerwehr lässt mehr als zu wünschen übrig. Bei der Untersuchung mussten 50 Mitglieder Freiwilliger Wehren unter realen Bedingungen in einem simulierten Großbrand Feuer bekämpfen und Menschenleben retten. Die Teilnehmer wurden anschließend ärztlich durchgecheckt.Das Ergebnis war wenig erfreulich. Ein Großteil der Einsatzkräfte wies eine so extrem hohe Herzfrequenz auf, das sie von Arbeitsmedizinern als „medizinisch nicht tolerabel“ eingestuft wurde. Hervorgerufen wurde die hohe Herzfrequenz durch den extremen Stress, aber auch durch den mangelhaften Trainingszustand der Probanden.
Enorme Belastung im Feuerwehreinsatz
Es gibt Situationen, in denen Feuerwehrmänner und -frauen an ihre körperliche Grenzen stoßen. Situationen, in denen technisches und taktisches Wissen alleine nicht mehr genügen. Hier ist voller Körpereinsatz gefragt. Bei einem Brand, bei dem unter Umständen auch Menschenleben auf dem Spiel stehen, ist nicht nur höchste Konzentration erforderlich, sondern auch eine Top-Kondition.
Jede Einsatzkraft schleppt mit persönlicher Schutzausrüstung und Pressluftatmer etwa 25 Kilogramm mit sich herum. In dieser Montur muss man womöglich mehrere Stockwerke erklimmen, Türen aufbrechen und Menschen heraustragen. Nicht nur das Herzkreislaufsystem wird hierbei stark beansprucht, sondern auch der Bewegungsapparat.
Mehr zum Thema Feuerwehreinsatz
Auch die Belastung durch die extreme Hitze kratzt an der Leistungsfähigkeit. In einem brennenden Raum können Temperaturen zwischen 500 und 1000 C° vorherrschen. Hinzu kommt die schwere Wärmeschutzkleidung, die den Körper aufheizt. All das führt dazu, dass die eigene Temperatur um etwa zwei bis drei Grad ansteigt. Man beginnt zu schwitzen, und der Körper fängt an zu dehydrieren. Für den Organismus eine weitere Belastung.
Nur noch Fitte in die Feuerwehr?
Die Studie der Landesfeuerwehrschule hat nachdenklich gemacht. Man gab die Empfehlung, dass nur noch fitte Männer und Frauen als Einsatzkraft aktiv werden sollten. Eine Empfehlung, die an der Realität vorbeigeht.
Freiwillige Feuerwehren freuen sich über jedes Mitglied, das seine Zeit und sein Engagement dem Gemeinwohl zur Verfügung stellt – unabhängig von ihrem Trainingsstatus.
Nicht zu vergessen: Bewegungsmangel und Übergewicht machen natürlich auch bei Einsatzkräften nicht halt. Sie sind nun mal keine Übermenschen, sie repräsentieren eine bunte Mischung aller Bevölkerungs- und Berufsschichten.
Fazit
Ganz klar, wenn Sie Ihrem untrainierten Körper Höchstleistungen abverlangen, kann das nicht nur den Einsatz gefährden, sondern auch Ihre Gesundheit. Das Herzkreislaufsystem ist nicht unendlich belastbar.
Kommt es hier zu Schäden, können schlimmstenfalls Herzinfarkt oder Schlaganfall die Folge sein. Sie sollten daher in Ihrem eigenen Interesse dafür sorgen, dass Sie in Form kommen und bleiben. Ein ausgewogenes Trainingsprogramm wäre ideal.
Wenn Sie ins Fitnessstudio gehen und dort nur Gewichte stemmen, wird das Ihnen zwar beim Tragen helfen, Ihre Kondition wird davon aber nicht besser. Absolvieren Sie zusätzlich ein Herzkreislauftraining, gehen Sie beispielsweise regelmäßig laufen. Trainieren Sie Ihr auch Ihr Gleichgewicht, indem Sie das Balancieren üben, z. B. auf einem umgesägten Baumstamm im Wald oder auf dem Schwebebalken in der Turnhalle.
Vergessen Sie nicht Ihren Bewegungsapparat. Ihr Rücken muss im Einsatz einiges aushalten. Abhängig von Alter und Rückenmuskulatur wird er ihnen das irgendwann übel nehmen. Es gibt spezielle Übungen, die die Muskeln des Bewegungsapparates stärken.
Wenn Sie bereits Rückenbeschwerden haben oder ihnen vorbeugen möchten, sollten Sie eine Rückenschule besuchen. Die Teilnahme wird in der Regel von den Krankenkassen finanziell unterstützt.
Einige Feuerwehren bieten bereits ein freiwilliges Fitnessprogramm an. Wenn das in Ihrem Ort nicht der Fall sein sollte, können Sie sich vielleicht mit anderen Einsatzkräften zusammenschließen und ein ähnliches Projekt starten. Es lohnt sich auf jeden Fall, Ihren Körper regelmäßig zu trainieren. Je fitter Sie sind, desto leistungsfähiger sind Sie im Einsatz – und in Ihrem täglichen Leben.
Petra Dietz
Fachjournalistin















